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Thursday, March 1, 2007

Meine Mutter, meine Schwester, meine Verwandten

Na, das gibt Ärger. Es ist sicher vorsichtiger, nichts über erkennbare Personen zu verfassen. Da meine Mutter 82 Jahre alt ist, nehme ich aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit an, dass sie nicht morgen am Internet sitzen wird. Bei ihr weiß man nie. Mit künstlichen Kniegelenken links und rechts fährt sie in einem Augenblick nach Südtirol, den anderen zu einem Flohmarkt hier, einem Museum dort, einer Barockkirche woanders, zu einem Japanischkurs am Montag, zu einem Hausbesuch bei ihren Kindern am Dienstag, nach Hamburg am Mittwoch. Sie kommt zur Tür herein, und mit ruckartigen kleinen starren Bewegungen des Kopfes und Nackens richtet sie ihre Augen einmal im Raum herum, fällt ihr endgültiges Urteil zum Zustand, zur Farbabstimmung, räumlichen Aufteilung und Atmosphäre, bemerkt, dass ihre Geschenke nicht auffindbar sind, sagt, "ich kann nicht lange bleiben" und "wo hast du diese Vase her" und "was ist das für ein Hemd", alles in einem Satz, behält ihren Mantel an, egal ob warm oder kalt, zieht Zeitungsausschnitte und Merianhefte aus ihrer Tasche, und schon etwas heiser verspricht sie "und das hab ich dir mitgebracht, du undankbarer Sohn", und weg ist sie. Eine ehemalige Lehrerin, die nach einer kurzen und brutalen Zensur anhand rein ästhetischer Richtlinien ihre Umwelt mit absoluten Vorurteilen belegt. Ihr bleibt nur der Weg in den Rückzug, aus dem heraus sinngemäss kein Fortschritt zu erwarten ist. Wir wollen sie in Ruhe lassen. Meine Schwester hat heute eine Telefonsuchaktion nach meiner Mutter gestartet. Bei ebay könnte ich mir eine Mutterauktion vorstellen, ein Umtausch erscheint ausgeschlossen. Vielleicht meldet sich jetzt jemand?

sitting on top of a turd

A turd is a tiny bit of shit, isn't it. I just can't keep sitting on it, but I'm wearing the mark of it in colour, mood and smell. This day is a mix of manure and other very mature stuff. My wife is boiling with a septic heat, her skin marmorated, intravenous lines dangling all around her. As it appears extremely boring to say shit more often than once, I won't do it again. There is nothing else to communicate today. Don't get near me.

Monday, February 26, 2007

Schutzschild

M. meinte, es sei mutig, dass ich meinen Sohn hier lesen lasse. L. ist volljährig. Er studiert Philosophie und Geschichte. Ich fragte ihn, ob er meinen blog peinlich findet. "Nein", sagte er, "vielleicht meinte M., dass du einen Schutzschild brauchst." Thanks, doc.

Dann unterhielten wir uns über die Konstruktion eines Schutzschildes. Ich dachte an den Einbau eines zentralen Nippels mit versenktem Giftdorn. L. fand Gift unschön. Dass kann ich so mal akkzeptieren.

Da L. philosophische Fragen eher fundierter betrachten mag, hatte er Anfangsschwierigkeiten mit der folgenden kleinen Geschichte:

Jean-Paul Sartre is sitting at a French cafe, revising his draft of Being and Nothingness. He says to the waitress, "I'd like a cup of coffee, please, with no cream." The waitress replies, "I'm sorry, monsieur, but we're out of cream. How about with no milk?"

Da ich schon vor vielen Jahren schrieb, dass Niemand in der Mülltonne wohnt, ist mir das nicht fremd. Ich fragte damals, "wer ist Niemand?"
Inzwischen ist es mir egal, wenn das Nichts personalisiert wird, da es ja auch andersherum geht.

Ein Etwas ist ein Nichts mit Rand. Das steht so ähnlich schon bei Tucholsky.

Manche lassen immer den Rand beim Essen weg. Andere mögen einen knusprigen Rand.

Und einige können nie ihren Rand halten.

Maracha Hospital - UGANDA 1984 -1989 - poetry 1990

FLAME TREE


Flame tree in Maraca:
red flames
the verandah,
yellow flares, green hedge,
chicken, children,
light

This cruel brightness
no words

Scars
burning leopards
too sudden, too bright

The eyes of Vincent van Gogh
thirsting for fire
Blake's tiger
eating in the dark

The moon of Maraca
very near
the flame tree
and snakes
move in the matoke,
guard my garden

For all this
is my world
I want to eat
flame trees,
breathe fire,
burn,
and incredibly bright
turn light