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Sunday, October 30, 2011

Verkehrsrisiko Biosphärenzentrum Münsingen und Umgehungsstraße

Dieses Jahr 2 böse Unfälle auf der Umgehungsstrasse,Münsingen. Im Frühjahr PKW gegen PKW bei Eis, Höhe Schützenhaus, bekannte Gefahrenstelle. Kürzlich mit PKW gegen Motorrad an Einmündung zum Biosphärenzentrum. Wenn nicht bald 70 da steht und wenn diesen Winter wieder nicht die Abbiege -und Einbiegespur geräumt wird ,dann raste ich völlig aus. Ich werde täglich Fotos machen , wann immer ich Zeit habe dafür.Und ich werde jedes mal die Polizei anrufen.Ist absolut lebensgefährlich. Brems mal auf Schnee und Glatteis wenn dir einer von hinten fast ohne Abstand mit 120 kommt!

Friday, January 28, 2011

Weiterbildungsassistent

Hallo, hallo, Universum:

ab 1.10.2011 suche in eine/n Weiterbildungsassistenten/in für Allgemeinmedizin
nach Münsingen, Kreis Reutlingen in Baden-Württemberg.
18 Monate Ermächtigung liegen vor.

Sunday, November 8, 2009

Festplatte

Ich weiß schon, dass meine Festplatte zum Kundendienst muß. Aber es ist die in der Praxis, die nun nichts mehr preisgibt, headcrash, bumm. Das wird alles zusammen mich an die 2500 Euro kosten,und wer weiß, ob dann alles geht. Erst mal darf ich nicht arbeiten,kein Papierkram,keine Patienten,kein Einkommen. Morgen geht es zu kroll ontrack in Böblingen.
Jetzt kommt es: ich hatte anscheinend das Sichern vergessen,zuletzt am 7.10.09!
Juhu.

Ich selbst gehöre wirklich auch bereinigt, Oberflächenprüfung, Tiefenerforschung, Reparatur schadhafter Bereiche, Fragmenterfassung, Reinigung, Politur.

Was würde ich tun, wenn mein Flehen erhört wird?
Welche Unruhe käme in mein Unglück?

A sad dipstick, alors....

Saturday, June 27, 2009

laedle.com

Ist offen, Samstags 12.30 bis 17 Uhr, vorerst. E-shop ist teilweise eingerichtet.

www.laedle.com

Sunday, May 31, 2009

Sunday, March 23, 2008

Sleepless in Germany II

I said to my soul, be still,
and let the dark come upon you
Which shall be the darkness of God.

out of:East Coker, T.S.Eliot

Sleepless in Germany

Dawn points, and another day
Prepares for heat and silence.
Out at sea the dawn wind
Wrinkles and slides.
I am here
Or there, or elsewhere.
In my beginning.

out of:East Coker,T.S. Eliot

Sorry, no sea around ....
too far....but not in the mind

Tuesday, November 27, 2007

INEMURI

Japan: „Inemuri“. Die beiden Schriftzeichen kombinieren „anwesend sein“ mit „Schlaf“ und bezeichnen „Schlafen in der Öffentlichkeit, während man offiziell etwas anderes tut“.

Der alte Mann und seine Frau

Am 8. November hatte ich Herrn K. ein Pflegebett mit Bettgitter und mit ausführlicher Begründung auf dem Rezept verordnet.
Zuerst kam ein Formular, nach einer guten Zeit. Das kam aus Tübingen. Ich brauche so etwas nicht auszufüllen. Fast hätte ich es getan, nur: dieses AOK-Fax in Tübingen ging nicht! Also schickte ich eine e-mail an Frau C.K., gerne bei weiteren Problemen mit vollem Namen hier.
Tja, am Freitag letzte Woche wollte ich gerne wissen, ob der alte Mann mit seinem x-ten Hirninfarkt nun sein Bett hat. Nein. Aber die Dekubitus-Matratze war genehmigt. Allerdings bis heute nicht am Ort. Das Bett auch nicht, obwohl ich Frau C.K. mit Krach gedroht hatte per e-mail. Vielleicht geht die mail ja auch nicht.
Herr K. kann nicht mehr aufstehen, nicht richtig reden, ist die ganze Nacht verwirrt, halbseitig gelähmt. Seine dürre kleine schwache Frau wacht die ganze Nacht seit Tagen an seinem Bett, damit er nicht heraus fällt.
Die Verwandten sind langsam mt ihrem Deutsch, und das alte Ehepaar ist hilflos. Das weiß die AOK sicher.
Nun, nach meinem Besuch heute hatte ich einen Beschluss gefasst. Frau K. von der Diakoniestation teilte dies Herrn Z. bei der örtlichen AOK-Direktion mit. Das Bett kommt oder Frau B. von veto-muensingen.de, eine- glauben Sie mir- sicher erschreckende Vision, und sonst kommt dann die Zeitung, unser Alb-Bote.
Tja, sehen Sie, das ging dann doch.
Was wir hier sehen, das ist ein Hick-Hack zu Lasten der Patienten, Hilfsmittel weg von vor Ort möglichen Entscheidungen, weiter weg, noch weiter weg, und dann aufschieben, bis sozusagen ein sich-selbst-erledigender Patient nach seinem Ende freiwillig auf die Hilfe der Gesundheitskasse verzichtet oder doch die Pflegekasse bezahlen muss.
Leute,Leute, warum wehrt ihr euch nicht? Es wird schon zu spät.
"Ich glaub, bei mir hakt's." So sagt es die Jugend.
Ich sage dazu: Un-Kultur begründet auf seelischer Verarmung, Gleichmacherei, Gleichgültigkeit.
Unterstützt veto-muensingen.de !

Monday, November 26, 2007

Palliativmedizin,palliative care

Inzwischen hatte ich mich zum Fachgespräch Palliativmedizin gemeldet.
Pflegekräfte baten mich fast darum, Personal von Pflegestationen.
Ich meine, die Betreuung der Menschen in der Pflege ist wichtig, wichtiger für mich jedenfalls als die Betreuung fremder Patienten .
Ich sehe, wie motiviert viele sind, wie sie tagtäglich nachdenken und grübeln, was für den einzelnen ihnen anvertrauten Patienten am besten wäre.

Dabei befinden auch sie sich in einem dauernden Zwiespalt, in einem Seiltanzakt zwischen Wirtschaftlichkeitsgebot, Zeitrahmen, Dokumenation, QM, Dekubitusvermeidung, Forderungen nach ausreichend Flüssigkeitszufuhr durch den MDK beispielsweise im Widerspruch zum Sinn einer PEG beim schwerst Demenzkranken, oft dauernder Angst, eine Aspirationspneumonie zu verursachen.

Wie zum Beispiel in der Suchtmedizin gibt es oft kein ausreichend positives gesellschaftliches Berufsbild, eine oft schwierige Identifikation mit der eigenen Arbeit, "die Leute sterben weg", Anfeindungen aus der Justiz, Sturzvermeidung versus Freiheitsberaubung, Streitereien mit Betreuern, Ärzten. Die Heimaufsicht kommt, die QM-Kommission, der MDK, das Gesundheitsamt: wo steht die Pflegekraft mit ihrer Arbeit, wer steht hinter ihr?


Ich stelle auch fest, daß es gut wäre, in den Krankenhäusern überall deutlich ausgewiesene palliative care Betten zu schaffen.
Damit wird es für medizinisches Personal, Pflege, Verwandte und Patienten leichter, von weiterer totaler Diagnostik und "kausaler" Therapie weg zu kommen.
Vor allem aber setzt so etwas ein Zeichen: "Wir sind für dich da. Du lebst noch, dabei helfen wir dir. Du wirst betreut."
Dies würde auch nach dem Krankenhaus weiter im Bewusstsein aller wirken können.

Wednesday, April 11, 2007

Das Vierte Reich

DAS VIERTE REICH
Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt das aus einem gewissen Grund nicht.
Kurt Götz, Schauspieler


Was gestern rechtens war,
kann heute nicht unrecht sein.
Filbinger


Eine Veranstaltungsreihe zu Armut und eben auch zu Armut in unserer Gesellschaft soll hier in Münsingen stattfinden.
Am 15. Mai soll es zu einer „Expertenrunde“ kommen.
Dazu gehöre auch das Thema: „Werde ich noch optimal behandelt, wenn ich krank oder pflegebedürftig bin?“
Dies möchte ich dahingehend gerne ergänzen :“Werde ich noch optimal behandelt und wird meine Menschenwürde geachtet, wenn ich alt und krank oder wenn ich pflegebedürftig und arm oder wenn ich krank und arbeitslos bin.“

Gleichzeitig gibt es Politiker, die sich stolz darauf geben, dass Grafeneck einen Platz in der „bundesdeutschen Gedächtniskultur“ bekommt, da die Ausstellung der Gedenkstätte Grafeneck im Mai in Berlin zu sehen sein wird.


Wir könnten auch ganz global mit einer Würdigung der weltweiten Produktion von Armut beginnen, zuerst mit der Nord-Süd-Achse. Ich will nicht über die aggressive Friedenspolitik und Ölsicherungsstrategie der USA sprechen, nicht über die Drogendeals und Waffenschiebereien der Geheimdienste, nicht über die Ausbreitungswünsche machtgieriger Individuen unter den islamischen Fundamentalisten. Also weder über den Imperialismus noch über den so genannten Djihad. Obwohl uns die Beteiligung oder Nichtbeteiligung meines Landes daran Geld und Nerven kostet.

Nicht, dass uns das nicht alles beeinflusst. Nicht dass es uns nichts ausmacht, wenn unsere Küsten durch die globale Erwärmung und ihre Folgen demnächst überflutet werden, nur weil die kapitalistisch-marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsbosse sich zu lang dem Fortschritt verweigerten und Projekte zur Energieeinsparung und zu alternativen Strategien in den Keller beamten.

Nein, es geht um Ausgrenzung und um die Verwaltung von Armut und Leiden mit Hilfe eines anonymen Apparates, den ich das Vierte Reich nennen muss.

Vergangenheitsbewältigung heißt nicht, dass wir etwas „in der Vergangenheit“ bewältigen,. Das können wir gar nicht. Wir müssen unsere Vergangenheit jetzt bewältigen, heute und morgen und übermorgen. Wir müssen aufmerksam leben.

Eine Floskel wie „bundesdeutsche Gedächtniskultur“ steht uns nicht zu, und eine rituelle Entsorgung von über 10 000 Toten spricht gegen eine tatsächliche aktive und anstrengende tägliche Auseinandersetzung.

Ich meine nun nicht, dass Herr Ernst-Reinhard Beck das so gemeint hat. Aber der Kontext des Artikels im Albboten reicht nicht aus, um mehr zu sagen.

Sicher brauchen wir auch Trauer und Vergessen. Aber in Grafeneck allein wurden im Jahr 1940 insgesamt 10 654 Menschen getötet, die damals dem deutschen Steuerzahler und der Rüstungswirtschaft auf den Beutel drückten. Diese Menschen waren vor allem eines: sie waren volkswirtschaftlich unproduktiv, nutzlos.

Damals sei keiner schuld gewesen. Man hätte Befehle gehabt. Man hätte gehorchen müssen, man hatte Familie. Man musste seine Arbeit verrichten.

Jetzt wird dies alles am Schreibtisch erledigt. Ja, ich glaube, jetzt ist oft das jeweilige Computerprogramm schuld, nach dem man sich richten muss. Bis zu den Textbausteinen, mit denen dann Sachbearbeiter an beiderseits beinamputierte Patienten anlässlich der Ablehnung von Hilfsmitteln schrieben: „Sie haben kein Recht zu gehen.“

Wer arbeitslos ist, muss sich ganz selbstverständlich andere Regeln gefallen lassen als derjenige, welcher glücklicherweise Arbeit hat. Ein datenschutzrechtlich geschütztes Privatleben hat er fast nicht mehr. Ein Arbeitsloser, welcher zum Beispiel über zumindest zwei Stunden Briefmarken auf Kuverts kleben könnte für eine Zeitarbeitsfirma, gilt auch beim Arzt als arbeitsfähig. Hier geht es rein um die Frage, wer zahlt, Krankenkasse oder Arbeitsamt. Wer nichts hat, brauche auch weniger. Wer arbeitsfähig ist, braucht wie ein unmündiges Kind auch noch eine Bettlägerigkeitsbescheinigung vom Arzt, wenn er nicht termingerecht auf dem Amt einrücken kann. Entwürdigend und ohne jede Rechtsgrundlage. Ich erinnere auch gerne an „Aktion Arbeitsscheu Reich“, 1938!

Ärzte werden von medizinischen Laien ausgefragt, sollen ihr Tun begründen, ob denn Einsparung möglich sei.

Wer in Pflegestufe zwei ist, braucht nicht mehr an die frische Luft, da er ja nichts mehr selber erledigen könne. Also wird dann eine Schiebehilfe für den Rollstuhl nicht genehmigt.
Zur Presse traut sich kaum je ein Patient.

Patienten, in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Wehrt euch, holt das Fernsehen, den Rundfunk!

Pflegebedürftige haben oft nicht einmal ein Taschengeld mehr übrig. Der medizinische Dienst der Krankenkassen entscheide jetzt zu 50% am Schreibtisch in Balingen, in welche Pflegestufe ein Patient in Münsingen kommt. Dies anhand von Unterlagen, die nur der Patient oder sein Vertreter ausgefüllt hat. Muss ja oft schief laufen. Hier braucht also der Patient professionelle Hilfe für die Unterlagen. Das muss er auch noch bezahlen. Im Internet gibt es denn auch genug Angebote so um die 250.- Euro dafür. Die haben ja auch alle.

Die Pflegeversicherung trat 1995 in Kraft. Anscheinend wird das Pflegen zu teuer. Also betritt man neue Wege. Vermutlich ist der MdK auch überlastet, da die Krankenkassen diesen mit Bergen von Anfragen und Gutachten zuschütten.

Die Menschen in unserem Land werden alt, pflegebedürftig und damit dann auch oft arm. In den Pflegeheimen wird man kaum viele Menschen finden, die nicht als arm zu bezeichnen sind. Natürlich erhalten sie Essen, Wohnung, Pflege. Und das zu QM-Standard (QM=Qualitätsmanagement, ein Unwort). Unsere alten volkswirtschaftlichen Schädlinge mit ihrem lebensunwerten Leben bezahlen auch gleich mit, dass da jemand sitzt und den ganzen lieben Tag am PC alle biologischen Regungen und pflegerischen Verrichtungen im Lauf der Kostenkontrolle einträgt. Ballastexistenzen, die wir uns nicht leisten können?

Das ganze System scheint nur noch auf Kostenkontrolle im tatsächlichen patientenzentrierten Arbeitsbereich angelegt. Dafür wird die übergeordnete Verwaltung unverhältnismäßig aufgebläht, Sachbearbeiter und Ärzte erhalten Bonuspunkte und Gehaltserhöhungen beziehungsweise Zuschläge und außerbudgetäre Sondervergütungen auf Grund von Einsparvolumina und nicht nach qualitativen Gesichtspunkten in der Versorgung der Klienten.

Das ist ein Trauerspiel, das alle Beteiligten mit zu verantworten haben.

Als das einzig gute an den letzten Reformen erscheint, dass jeder wieder in eine Krankenversicherung können soll.

Und es wird schlimmer werden. Im Film „Children of Men“ wird gezeigt, wie die Welt überaltert, eine unfruchtbare Menschheit alle Hoffnung verliert, Asylanten und illegale Immigranten in Konzentrationslager kommen, keine Sorge, nicht hier, im UK, wo dann auch Rauch aufsteigt überall von brennenden Rinderkadavern. Rinderwahnsinn komme ja aus dem UK, und AIDS kommt aus Afrika. Ich wohne in Münsingen, Gott sei Dank.

In Deutschland sinkt und sinkt die Zahl der Kinder, und die Alten werden immer älter. Wir brauchen uns, wir Alten, daher dürfen wir dann auch erst mit 67 in Rente. Dann werden wir teurer und teurer, und wer soll das bezahlen?

1935 wurde gerechnet (mit Geisteskranken, nicht mit Rentnern, das kommt dann noch?):



„1 Geisteskranker kostet täglich 4.- RM, ein Krüppel 4.50 RM, ein Verbrecher 3.50 RM.

In vielen Fällen hat ein Beamter täglich nur etwa 4.- RM, ein Angestellter kaum 3.50 RM, ein ungelernter Arbeiter noch keine 2.- RM auf den Kopf der Familie.

a) Stelle diese Zahlen bildlich dar.
Nach vorsichtiger Schätzung sind in Deutschland
300 000 Geisteskranke, Epileptiker usw.
in Anstaltspflege.
b)Was kosten diese bei insgesamt einem Satz von 4.- RM?
c) Wie viele Ehestandsdarlehen zu je 1000.- RM könnten - unter Verzicht auf spätere Rückzahlung - von diesem Geld jährlich ausgegeben werden?“


Man war 1940-1941 mit über 70 000 Entsorgungsfällen vermutlich effizienter als heute. Bei der Aktion T4 entschieden 40 Gutachter anhand einer Patientenbeschreibung auf Meldebögen über deren Schicksal. Ob schwul, ob blind, ob taub, ob alkoholkrank, Epileptiker, psychotisch oder schwachsinnig, hier gab es ein konsequent wirtschaftliches Vorgehen.

Wenn man die Sparmassnahmen im Krankentransportwesen heute anschaut, damals brauchte es solche Maßnahmen nicht . Es gab die Gekrat, die „Gemeinnützige Krankentransport GmbH“, absolute Transparenz, Kostenbündelung und damit auch Arbeit für gemeinschaftsfähige Bürger. Was brauchen wir auch ausgebildete Rettungssanitäter auf der Alb, wer soll die bezahlen? Abschaffen. Ein Wunder, dass wir meistens wieder einen Notarzt haben.

In der Politik wird verhohlen und auch unverhohlen das sozialverträgliche Frühableben gefordert. Sobald ein PC-Programm Alte als lästig einstufen sollte, pflegebedürftig mit minderwertig gleichsetzt, sollten Programmierer und user an eine zentrale Meldestelle gemeldet werden können. Jeder Verstoß gegen das Datenschutzgesetz von Ämtern, Kassen, Kliniken, Sachbearbeitern, Personalbüros sollte ebenso wirksam (!) gemeldet werden können.

Divide et impera, „Teile und herrsche“. Ein Leitsatz der Römer mit Gültigkeit im Kolonialismus und auch im Dritten Reich, in dem es alle Behörden mindestens doppelt gegeben hat. Wo zwei sich in die Quere kommen, lacht der Dritte. Das gilt immer.

Im Gesundheitswesen bei uns verzettelt sich alles, keiner traut dem anderen, keiner kann dem anderen trauen, Kostendämpfung, Kostentransparenz, Konkurrenz, Qualitätssicherung, über 200 Krankenkassen, DMPs (verdeutschtes englisches Zeugs), Einzelverträge mit vielen Kassen, Sparverträge zur Arzneimittelverschreibung mit Bonuspunkten mit verschiedenen Kassen, eine Unzahl an Einschränkungen , Richtlinien, Verboten, Papier um Papier Tag für Tag. Ich weiß, was ich mit Papier machen kann. Ich kann es entsorgen.

Ich soll als Kassenarzt meine Patienten wirtschaftlich und fachlich richtig versorgen, Das ist in Ordnung. Aber wirtschaftlich ist NICHT das 1. Gebot, es ist das 2.Gebot. Und so soll es wieder sein können. Sonst sehen weiter viele Ärzte in ihrem Berufsleben keinen Sinn, behandeln ihre Patienten entsprechend demotiviert, und das sind die oft schon selber.

Wozu haben wir Europa? Ich verlange einen europäischen Pflegestandard, in dem die QM Dokumentation zweitrangig und die Pflege wieder vorrangig wird. Ich verlange, dass der Wille und die Würde des Menschen respektiert werden. Ich verlange, dass Patientenverfügungen respektiert werden.


Ich verlange, dass das Grundgesetz in den Punkten Unversehrbarkeit der Person, Unantastbarkeit der Intimsphäre und Achtung der Menschenwürde in die tägliche Arbeit von politischen Gremien, Gesetzgebern, Verwaltungsbeamten, Sachbearbeitern, Kassen, Pflegern und Ärzten Geltung erfährt.
Ich verlange eine europäische Positivliste für Medikamente, aus der klar ersichtlich die Verschreibbarkeit hervorgehen muss. Ich verlange, dass nicht mangels mutiger und konsequenter Lösungen Ärzte für die medizinischen Kosten ihrer Patienten haften.

Ich verlange, dass niemand aus Angst vor Armut mangelhaft gepflegt wird. Ich verlange eine ökonomisch tragfähige Situation, in der alte , kranke, pflegebedürftige, mittellose Menschen motiviert und insbesondere mit Erhaltung von Lebensqualität gepflegt werden können.

Ich verlange also die Voraussetzungen für eine solche Pflege, in der die Förderung der Lebensqualität im Team wieder vor Einsparungsnachweis und Dokumentation kommen sollen.

Ich verlange eine neue Sprache, das Auswechseln der Führungsgremien, eine grundlegende Wendung zu einer Erneuerung unserer deutschen Kultur (ich kann das auch! siehe oben: Grafeneck und Herr Beck), zu einer Besinnung auf ein Leben, in dem der Mensch im Gesundheitswesen mit seinen Bedürfnissen wieder im Vordergrund steht.

Es wird nicht anders gehen. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wie kann der Kopf eine Gehaltserhöhung kriegen, wenn der Fisch nicht mehr schwimmt?

Wer sich angegriffen fühlt, sei angegriffen. Er kann mir immer vorwerfen :

„Die Gemeinschaftsunfähigen sind und bleiben die biologischen Bolschewisten und Prototypen des anlagemäßig bedingten Untermenschentums.“

Ich will dann lieber als gemeinschaftsunfähig gelten und irgendwann entsorgt werden, als mich in den Dienst anonymer Machenschaften zu stellen, in die Fron automatisierter Verwaltungsakte, in die Sklaverei der Bürokratie.

Ich will nicht für das Vierte Reich arbeiten, sondern dagegen.

Ich appelliere an Sie:
Zeigen Sie Zivilcourage!
Äußern Sie Ihre Meinung, auch wenn sie falsch oder in Teilen nicht richtig sein mag!
Scheuen Sie sich nicht, die Medien einzuschalten, dafür sind sie da, erinnern Sie diese daran!

Seien Sie misstrauisch, wenn jemand an Sie appelliert!
Seien sie misstrauisch, wenn Sie etwas umsonst tun sollen!
Wenn Sie sparen sollen, fragen Sie: für WEN?
Seien Sie misstrauisch wenn Sie guten Willen zeigen sollen.
Fragen Sie IMMER zuerst: für WEN?


Dr. med. Conrad Feder