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Saturday, June 27, 2009

Wigry-stories of a liar:Familie Wumm

In Papua Neuguinea, wo sonst, stand einmal ein Langbau auf Holzpfählen. Eine Treppe führte zum Eingang in den einen einzigen großen langen Raum, in den Hängematten gespannt waren. In einer Ecke wurde Brei gekocht, Wasserkrüge standen bereit. In der anderen Ecke sah man die uralten Schrumpfköpfe vergangener Feinde in einer von Missionaren vor vielen Generationen geraubten Vitrine.
Die Familie Wumm hielt noch immer gut zusammen gegen alle Feinde. „Vorsicht, Kopfjäger“, stand am Jägerzaun. Es gab Frau Wumm, Herr Wumm, Sohn Tim Wumm und die kleine Tochter Anna Wumm.
Anna ging Mama Wumm zur Hand beim Essen kochen, steckte sich dabei aber gerne kleine Bananen in den Mund und lächelte dazu. Schön, sagte Papa, meine kleine Anna.
Tim war oft verschwunden, wenn man einen Moment nicht auf ihn aufpasste, dann war er mit seinen Zippofeuerzeugen Dummheiten im Wald machen , oder er rannte und hüpfte laut rülpsend im Dorf herum, ahmte die bunten Hähne nach mit ihrem Kampfschrei bis alle Jungs Steine nach ihm warfen. Was für ein ungezogener Junge, sagte Herr Wumm, er bringt mich noch ins Grab. Quatsch sagte Frau Wumm, rückte ihren Schildpattkamm in ihrem Dutt zurecht, er ist sooo begabt. Hol ihn sofort her, er muss Schularbeiten machen. Und dann musste Timm sitzen und sitzen und sitzen. Frau, schrie Herr Wumm, Schluss jetzt, muss der Junge denn so viel lernen? Sind wir alle nicht gut genug für dich? Mach was zu essen!
Und er lächelte hinüber zu der kleinen Anna, die ihm schon mal einen Teller brachte.
Herr Wumm war traurig, denn er wollte jagen gehen. Aber es gab fast nichts mehr zu jagen auf Papua Neuguinea, er hätte weit weg gemusst, und Anna, Tim und Frau Wumm wollten ihn nicht fortlassen. Und er wollte auch sein Essen gebracht haben. Ja, so war das oder so ähnlich.

Timm war traurig, weil die Jungs seine Späße nicht mochten, weil er nicht mit Papa jagen durfte, weil Papa traurig war, weil Anna immer so viel lächelte und weil Mama nie zufrieden war.
Was Anna fühlte, wissen wir nicht. Es schien ihr ganz gut zu gehen.

Mamma war traurig, weil sie es niemanden recht machen konnte und weil niemand verstand, dass sie nur das Beste wollte.

Die Familie Wumm ging abends in ihr Langhaus, alle lagen in den Hängematten, damit keine Ohrwürmer in sie krabbeln konnten, keine Skorpione sie stechen konnten, oder gab es die gar nicht in Papua Neuguinea? Oft schliefen sie lange nicht, schaukelten, grübelten, schaukelten, verdauten das gute Essen, den Brei, den Kräutersalat, schaukelten, träumten und hofften und schaukelten und und träumten.

Und eines Morgens, da geschah es, dass ein großer Sturm aufkam, Wind peitschte die hohen Bäume aus dem Urwald, Äste flogen in die Lichtung, auf dem das Langhaus stand, der Himmel wurde dunkel, und Wasser fiel aus dem Himmel für drei Tage und für drei Nächte.
Wumms waren ins Haus geflüchtet, aber das Haus begann zu schwimmen, durch den Urwald, lange Schneisen entlang, auf einem Strom, übers Meer . Sie hatten Hunger, sie empfanden Durst, sie froren, sie schwitzten, es war eine Katastrophe. Sie trieben viele Tage und Nächte, weit übers Meer, bis nach Australien.

An die Küste gespült, eines hellen Morgens, in Sonnenschein, hungrig und durstig, betrat die Familie Wumm das neue Land, wie von selbst, der Vater Wumm voraus, fast zugleich Sohn Wumm, dann Mamma Wumm mit Tochter Wumm. Wumms, Wumms waren da.

Jetzt gings ums Überleben, und wie ganz selbstverständlich wusste ein jeder, was er zu tun hatte!

Im Gänsemarsch ging es voran, bis sie Wasser fanden. Da stand ein großes Känguruh, schlug mit den Hinterläufen und mit einem starken Schwanz, wollte sie vertreiben. Als es auf Papa Wumm zusprang, ließ Tim es stolpern, so dass es ins Wasser fiel. Das hatte er im Aikido gelernt. Dann kam ein Krokodil an, und Vater Wumm schlug es mit bloßer Faust auf den Kopf, so dass es genug von Wumms hatte. Familie Wumm trank.

Mama sagte, Anna, mein Engel, hol Feuerholz. Anna weinte etwas, aber Mama sagte, wir brauchen jeden jetzt, geh, sonst gibts nix zu essen.Sie begann einen Feuerplatz einzurichten. Los, geht auf die Jagd, sagte sie zu Papa Wumm und zu Sohn Wumm.

Herr Wumm ging mit Tim in den Wald. Papa hatte ein Taschenmesser dabei , und die beiden schnitzten aus Zweigen kleine Wurfpfeile und Speere. Tim rannte und hüpfte auf der anderen Seite des Waldes herum, und Tiere flüchteten zu Vaters Seite, der zwei Kaninchen erlegen konnte. Vater Wumm zeigte Tim, wie man einem Kaninchen das Fell über die Ohren zieht, und Tim durfte es dann selber machen.

Als sie zurück kamen, holte Tim sein Zippo und sie machten ein schönes warmes Feuer, brieten das Fleisch und aßen alle zusammen. Anna sah ihr Holz brennen, Tim sah sein Fleisch rösten, Papa seine Beute die Familie sättigen.
Mama bekam das Aufstoßen, so müde und erschöpft war sie, und glücklich, dass alle zufrieden waren, schlief sie dann ein.

Und Papa dachte , schade, dass erst so ein Sturm kommen musste, so ein Unheil, damit wir zufriedener sein können. Morgen bau ich ein Haus, und Tim kann mir helfen.
Und Tim? Er schlief einfach ein, weil er ja den ganzen Tag in Bewegung gewesen war. Er musste einmal ausruhen, denn er hatte noch so viel vor.

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